|
Ferkelaufzucht in Großgruppen Ferkelaufzucht und Mast im Nürtinger System Eine klassische Aufteilung des Nürtinger System in der Aufzucht und Mast zeigt die Abbildung, in der die klare Strukturierung der einzelnen Funktionsbereiche sichtbar wird.
Aktivitätsbereich: Dieser Bereich ist zwischen den Ruhekisten als nicht isolierte, feste und griffige Fläche ausgelegt. In der Ruhephase dient diese Fläche auch als Liegefläche, was besonders nach intensiven Aktivitäten, nach der Futteraufnahme während des Verdauungsvorganges und an warmen Tagen zu beobachten ist. Freßbereich Grundsätzlich wollen die Schweine nach unseren Ergebnissen trockenes Futter aufnehmen und danach frisches angewärmtes Wasser saufen. Breiautomaten, die das Fressen von trockenem Futter von einem Telle und ein anschließendes Saufen in der Schale ermöglichen, haben sich in der Praxis gut bewährt. Eine zusätzliche Bodenfütterung zu Beginn der Aufzucht und Mast vervielfältigt die Anzahl der Freßplätze. Grundsätzlich sollten sich nicht mehr als sechs Tiere einen Freßplatz teilen. Beschäftigungsbehälter Zur Deckung des Wühltriebes wird in speziellen Beschäftigungsbehältern fein gehäckseltes Stroh angeboten. Dieses regt die Speichelproduktion der Tiere an und versorgt sie zudem mit der notwendigen Rohfaser. Scheuerpfahl: Hier haben die Tiere die Möglichkeit, Juckreize an Körperstellen, die sie selbst nicht erreichen, zu befriedigen. Trinkplatz: Neben der Tränke im Breiautomat sollte zusätzlich noch Schalentränken angeboten werden, da es im Verlafe des Tages Situationen gibt, bei denen die Tiere nur Wasser aufnehmen wollen. Dusche: Die Dusche, vom einzelnen Tier individuell bedient, ermöglicht ihm die Abgabe von Wärme durch Verdunstungskühlung über den mit Wasser benetzten Tierkörper. Diese frei wählbare Abkühlunh der Tiere verhindert einen Rückgang der Futteraufnahme an heißen Tagen, entlastet den Kreislauf und steigert das Wohlbefinden. Kotplatz: Der Kotplatz liegt möglichst weit von allen anderen Funktionsbereichen entfernt. Dieser Raum muß für das Tier optisch geschützt sein, damit die Tiere das Abkoten ohne Druck und Angst durchführen können. Die Ausstattung des Kotplatzes mit einem kotdurchlässigen Spaltenboden (mind. 40% freie Fläche) sowie freie Schlitze von 6cm bzw. 10cm an den Wandseiten und Ecken geährleistet einen schnellen Durchlaß des Kotes. Der Billigstall ist nur dann allen anderen Haltungsverfahren ökonomisch überlegen, wenn er das ganze Jahr leer steht! Objektive und aktuelle Vergleiche aus der Praxis belegen, daß besonders in Phasen von schlechten Preisen die Reserven durch bessere Produktionsvorraussetzungen und Produktionstechniken und weniger durch einen billigen Stall zu erschließen sind. Vergleicht man Deckungsbeiträge unterschiedlicher Stallsysteme besonders in schlechten Zeiten, wird deutlich, welcher Landwirt überhaupt in der Lage ist, auch kalkulatorische (Unternehmerlohn) und fixe Kosten (Abschreibung) zu decken. Die folgende Übersicht zeigt die Ergebnisse aus der "Arbeitsteiligen Schweineproduktion" der Vieherzeugergemeinschaft Stuttgart (VZ 4/94). In diesem Vergleich sind die Einstall- und Ausfallgewichte in den verschiedenen Haltungsverfahren nahezu gleich. Bei den erzielten Leistungsparametern konnten im Nürtinger System die Verluste um über 50% reduziert werden, die Zunahmen und die Futterverwertung sich erheblich verbessern, was letztlich zu einem um über 51,2% höeheren Deckungsbeitrag führte. Hier zeigt sich erneut, daß gerade in schwierigen Preissituationen eine optimale Haltung der Tiere für die Deckung aller Kosten notwendig ist.
|